16.11.17 "Feier wild, sei faul, tu Gutes!"

Beim Feierabendbier während einer Zugfahrt kam es zu der ungewöhnlichen Idee, Partys feiern und Getränkekonsum für einen guten Zweck zu verbinden. Soziologie-Studentin Laura Krämling und der wissenschaftliche Mitarbeiter Daniel Lorberg unterhielten sich über Möglichkeiten, Flüchtlingen zu helfen. Beim Blick auf die Dosen in ihrer Hand war schnell klar: Pfand ist eine Lösung. Die beiden kennen das Problem: Es können schnell Unmengen von Leergut zusammen kommen und keiner will es wegbringen. Warum das Problem also nicht mit einem guten Zweck verbinden, fragte sich Laura Krämling. So entstand die Aktion „Pfandraising“;ihr Motto: „Feier wild, sei faul, tu Gutes.“ Das ehrenamtliche Projekt,in dem derzeit sechs Studierende aktiv sind, wird unterstützt vom Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit (TransZent). Das Leergut wird alle zwei Wochen immer mittwochs abgeholt. „Das Pfand ist ja schon bezahlt, die Flaschen stehen sonst nur daheim herum. Da tut es auch keinem weh, wenn man sie an uns abgibt“, sagt Laura Krämling.Bei acht bis 25 Cent Pfand pro Flasche muss allerdings viel Leergut zusammenkommen, damit sich die Fahrt auch lohnt. Ein blauer Müllsack voller Pfandflaschen sollte es schon sein, so die 24-Jährige, räumt aber ein: „Wenn es auf dem Weg liegt, kommen wir auch bei geringeren Mengen vorbei“. Mit dem Geld, das sie bei der Pfandrückgabe bekommen, finanzieren sie Deutschkurse für Flüchtlinge. Zu 100 Prozent, denn die Benzinkosten für die Fahrten tragen die Studierenden momentan noch selbst. Offiziell starten sollte die Aktion eigentlich erst im November. Doch im Vorfeld gab es so viele Anfragen, dass sich das Pfandraising-Team entschloss, schon vorab erste Touren zu fahren. Drei reguläre Abholaktionen gab es bislang, fast 1.000 Euro sind dabei schon zusammen-gekommen. Die Leute seien regelrecht erleichtert gewesen, dass ihre Wohnungen nun wieder pfandfrei sind, erzählt die Soziologie-Studentin. „Wir bieten ja zusätzlich zur guten Sache einen tollen Service für ein ganz alltägliches Problem“. Neben den regelmäßigen Abholaktionen soll es bald auch einen Sammelcontainer an der Uni geben, in den Studierende ihre Pfandflaschen werfen können. „Vom AStA haben wir zu diesem Zweck eine ausrangierte Kühltruhe geschenkt bekommen, die jetzt noch von Kunststudenten gestaltet wird“, sagt Laura Krämling. Gerne würde sie die Truhe vor der Universitätsbibliothek aufstellen. Außerdem steht die Gründung eines gemeinnützigen Vereins auf dem Plan. Auch auf weitere freiwillige Helfer freut sich das Pfandraising-Team. Das Prinzip ist einfach: Wer Leergut abgeben will, meldet sich via Facebook www.facebook.com/PfandraisingWuppertal oder E-Mail abholung@pfandraising.org bei dem Team.

Eine tolle Aktion findet das Zentrum für gute Taten-Team!